Sicherheitsbestand berechnen
Sicherheitsbestand und Meldebestand aus Tagesbedarf, Wiederbeschaffungszeit und gewünschtem Servicegrad berechnen, mit den gängigen Formeln im Vergleich. Jedes Ergebnis zeigt den Rechenweg.
Ihre Angaben
Stück, die du an einem durchschnittlichen Tag verkaufst oder verbrauchst, über die letzten Monate.
Der stärkste normale Tag, mit dem du planst, keine einmalige Spitze.
Tage von der Bestellung, bis die Ware im Lager verfügbar ist.
Die langsamste Lieferung der letzten Zeit.
Die Wahrscheinlichkeit, bis zur nächsten Lieferung nicht leerzulaufen (α-Servicegrad). 50 bis 99,99.
In Stück pro Tag. Die Tabellenkalkulation liefert sie: =STABW.S() über deine Tagesabsätze.
In Tagen, aus deinen bisherigen Lieferungen. Leer lassen, wenn die Lieferzeit kaum schwankt.
Sicherheitsbestand
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Die große Zahl nutzt die vollständigste Methode, die deine Eingaben erlauben. Sicherheitsbestand und Meldebestand sind auf ganze Stück aufgerundet.
Alle Felder in derselben Zeiteinheit. Für Wochen: Wochenbedarf und Lieferzeit in Wochen eintragen.
Die Berechnung läuft in Ihrem Browser, ParrotNotes speichert Ihre Zahlen nicht. Sie stehen in der Adresszeile, damit Sie das Ergebnis als Lesezeichen speichern oder teilen können.
Die drei Formeln an einem Beispiel
Ein Artikel geht an einem normalen Tag 120-mal raus, an einem starken Tag 150-mal. Die Wiederbeschaffungszeit (WBZ) liegt im Schnitt bei 5 Tagen, die langsamste Lieferung brauchte 8. Aus den Tagesabsätzen der letzten Monate ergibt sich eine Standardabweichung von 25 Stück, aus den letzten Lieferungen eine von 1,5 Tagen. Gewünscht sind 98 % Servicegrad, also z = 2,054. Der Ø Bedarf während der WBZ ist 120 × 5 = 600 Stück.
Maximum minus Durchschnitt: 150 × 8 − 600 = 600 Stück. Nur der Bedarf schwankt: 2,054 × 25 × √5 = 114,8, also 115 Stück. Bedarf und Lieferzeit schwanken: 2,054 × √(5 × 25² + 120² × 1,5²) = 2,054 × √35.525 = 387,1, also 388 Stück. Die Meldebestände liegen bei 1.200, 715 und 988 Stück.
Der Abstand zwischen 115 und 600 zeigt, warum sich der Vergleich lohnt. Die zweite Formel übersieht späte Lieferungen, und die sind hier das größere Risiko: 32.400 der 35.525 stammen aus der schwankenden Lieferzeit.
Welche Methode wann passt
Maximum minus Durchschnitt braucht nur vier Zahlen aus der Bestellhistorie. Dahinter steht aber kein Servicegrad: Du weißt nicht, wie oft der Bestand reicht, und ein einziger Ausreißer bestimmt den ganzen Puffer. Viele Betriebe setzen auch einfach Sicherheitstage an (Ø Tagesbedarf × Tage Puffer); das ist eine Setzung, keine Rechnung über das Risiko.
z × σd × √WBZ ist die Lehrbuchformel für einen zuverlässigen Lieferanten. Die Formel unterstellt, dass der Tagesbedarf unabhängig und etwa normalverteilt schwankt; die Streuung über die Lieferzeit wächst dann mit der Wurzel ihrer Länge.
z × √(WBZ × σd² + d² × σWBZ²) nimmt die schwankende Lieferzeit dazu. Auch sie unterstellt, dass Bedarf und Lieferzeit unabhängig voneinander schwanken und sich Bestellungen nicht überholen. Sobald die Lieferzeit überhaupt schwankt, ist das der richtige Ausgangspunkt.
α-Servicegrad, β-Servicegrad und z
Der Servicegrad im Rechner ist der α-Servicegrad: die Wahrscheinlichkeit, in einem Wiederbeschaffungszyklus nicht leerzulaufen. z ist der Wert der Standardnormalverteilung, unter dem dieser Anteil liegt, hier direkt berechnet statt aus einer Tabelle: 1,282 für 90 %, 1,645 für 95 %, 2,054 für 98 %, 2,326 für 99 % und 3,090 für 99,9 %.
Der β-Servicegrad (Lieferbereitschaft nach Menge, auf Englisch Fill Rate) misst dagegen den Anteil der Nachfrage, der direkt ab Lager bedient wird. Er liegt bei gleichem Bestand meist höher als der α-Servicegrad. Steht in einem Rahmenvertrag ein β-Servicegrad, hält diese Formel mit derselben Prozentzahl mehr Bestand als nötig.
Die Eingaben richtig erheben
Nimm Tageswerte für die Standardabweichung, keine Monatssummen, und lass Tage weg, an denen der Artikel ausverkauft war: Eine Null dort ist fehlender Bedarf, kein niedriger. In Excel liefert =STABW.S() über eine Spalte Tagesabsätze σd, dieselbe Funktion über die letzten Lieferzeiten σWBZ.
Arbeitest du mit einer Absatzprognose, ist ihr Prognosefehler die bessere Eingabe, weil der Puffer abdecken muss, was du nicht vorhergesehen hast. Die MIT-Kursunterlagen halten die Standardabweichung des Bedarfs für einen brauchbaren Ersatz, wenn der Fehler nicht gemessen wird.
Bleib bei einer Zeiteinheit. Rechnest du in Wochen, trag Wochenbedarf, dessen Standardabweichung und die Lieferzeit in Wochen ein.
Was der Rechner nicht abdeckt
Er unterstellt einen gleichmäßigen Bedarf im Planungszeitraum. Saisonartikel brauchen die Werte der kommenden Saison, nicht den Jahresschnitt. Sporadischer Bedarf, etwa wenige Großaufträge im Monat, folgt keiner Normalverteilung, das Ergebnis passt dann nicht.
Er gilt für das Bestellpunktverfahren mit laufender Bestandsprüfung. Bestellst du nur an festen Terminen (Bestellrhythmusverfahren), muss der Bestand auch das Intervall bis zur nächsten Bestellung überbrücken: Trag dann WBZ + Überprüfungsintervall als Lieferzeit ein.
Sicherheitsbestand, Bestellmenge und Lagerumschlag
Diese Seite rechnet den Puffer: wie viel Bestand gegen Unsicherheit, und welche Methode welche Zahl liefert. Die optimale Bestellmenge sagt, wie viel du jeweils bestellst, und enthält einen einfachen Sicherheitsbestand für feste Lieferzeiten. Der Lieferzeit-Rechner zählt die Arbeitstage von der Bestellung bis zur Lieferung.
Der Sicherheitsbestand liegt das ganze Jahr im Lager und senkt damit den Lagerumschlag. Wenn du mit einem Händler über seinen Bestand sprichst, bring seine Absätze und deine Liefertreue mit und zeig, wie viel Bestand eine stabilere Lieferzeit freisetzt.
Quellen, jeweils gelesen am 8. November 2026. Maximum minus Durchschnitt ist eine Faustregel aus der Praxis ohne einzelne Quelle. Die Ergebnisse sind Rechnungen mit deinen eigenen Zahlen:
- Stanford MS&E 262, Vorlesungsnotizen (Hausman, Kleinknecht, Wilkinson), englisch: Varianz des Bedarfs über eine schwankende Lieferzeit = μ²s² + σ²τ, wenn sich Bestellungen nicht überholen
- MITx CTL.SC1x, Probabilistic Inventory Models, englisch: Bestellpunkt = erwarteter Bedarf in der Lieferzeit + k × σ; α-Servicegrad (Cycle Service Level)
- NIST/SEMATECH e-Handbook, Tabelle der Standardnormalverteilung, englisch: Abgleich der z-Werte
Passend dazu: optimale Bestellmenge berechnen für die Bestellgröße, der Lieferzeit-Rechner für die Tage bis zur Lieferung und Lagerumschlag berechnen für den Umschlag des ganzen Lagers.
Mehr zum Vertrieb über Händler und Industrie: Vendor Managed Inventory, Vertrieb über Händler, Industrie-Distributor.
Die Zahl eröffnet das Bestandsgespräch
Der Puffer zeigt, was späte Lieferungen kosten; das Gespräch mit Einkauf oder Lieferant entscheidet, was sich ändert. Nimm es mit ParrotNotes auf, dann bekommst du Transkript und Zusammenfassung, und das Vereinbarte ist festgehalten.
Kostenlos startenWeitere Tools
- Optimale Bestellmenge berechnenDie optimale Bestellmenge nach der Andler-Formel aus Jahresbedarf, Bestellkosten und Lagerhaltungskosten berechnen, mit Bestellhäufigkeit, Meldebestand und Sicherheitsbestand.Tool öffnen
- Lieferzeit-RechnerLiefertermin und spätestes Bestelldatum in Werktagen berechnen, mit Feiertagen und den Lieferzeiten einzelner Komponenten.Tool öffnen
- Lagerumschlag berechnenLagerumschlagshäufigkeit aus Wareneinsatz und durchschnittlichem Lagerbestand berechnen, mit Lagerdauer in Tagen und Vergleich mit deinem Ziel.Tool öffnen
- Lagerreichweite berechnen (DSI)Lagerreichweite in Tagen (Days Sales in Inventory) aus durchschnittlichem Lagerbestand und Wareneinsatz berechnen, mit der Lagerumschlagshäufigkeit für denselben Zeitraum.Tool öffnen